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Data Lake | BAWAG P.S.K. Elegantes Spiegeln der Daten

BAWAG P.S.K. setzt mit Accenture eine Big-Data-Plattform auf Basis von Hadoop um. So senkt die österreichische Bank ihre Infrastrukturkosten und legt die technologische Basis dafür, die Chancen der Digitalisierung optimal nutzen zu können. Für Effizienz und Skalierbarkeit sorgen dabei Technologien von Facebook, Google und Twitter.

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Online, Mobile, Omni-Channel oder Digital Wallet – Bankmanager können sich seit der Digitalisierung ihrer Branche kaum über mangelnde Herausforderungen beklagen. Zu neuen Handlungsfeldern kommen neue Konkurrenten mit eigenen Angeboten. Experten sehen Internetriesen wie Facebook, Apple oder Google, aber auch Start-ups mit innovativen Technologien als Disruptoren, die mit selbst entwickelten Services für den Zahlungsverkehr die klassischen Geldhäuser aus dem Markt drängen könnten.

Bernhard Kainz hat schon vor einiger Zeit erkannt, dass eine Mischung aus innovativer Technologie, anderen Kundenwünschen und neuen Wettbewerbern viele traditionelle Geschäftsmodelle gefährdet. Gezielt hält der CIO der BAWAG P.S.K. dagegen, indem er die Rolle der IT umdefiniert: Galt es früher, Mitarbeiter wie Kunden mit funktionierender Hard- und Software oder stabilen Netzverbindungen zu versorgen, wirkt sein Team heute intensiv an strategischen Weichen-stellungen mit.

 

Der „Data Lake“ ist relativ preiswert

„Durch den exakt geplanten Einsatz digitaler Techno-logien für mehr Servicequalität und weniger Kosten können wir so modernisieren, dass wir gegen alte wie neue Konkurrenten bestehen“, so Kainz. Der CIO hat daher Projekte angestoßen, die mit der IT-Struktur der Bank auch Prozesse und Abläufe grundlegend verändern. Wichtig ist ihm ein Gleichgewicht aus geringerem finanziellem Aufwand und hoher Inno-vationskraft für die Kunden. Beispielhaft dafür: der gemeinsam mit Accenture-Experten entwickelte „Data Lake“. Diese Big-DataPlattform sorgt dafür, dass nicht jede Transaktion der Kontoinhaber sofort die klas-sische, vergleichsweise sehr teure Infrastruktur belastet.

„Zunehmend werden Online Banking und Mobilgeräte genutzt, um den Kontostand zu prüfen, oft mehrmals am Tag", so der bei Accenture verantwortliche Projekt-partner Daniel Baur.

 

Die Mainframe-IT wird entlastet

 „Schon jetzt gehen 60 Prozent der Mainframe-Last auf solche direkt vom Kunden ausgelösten Aktionen zurück – ohne Alternative ist eine massive Zunahme dieser Ausgaben programmiert, weil die digitalen Angebote der Bank intensiver genutzt werden und zukünftige Entwicklungen wie Internet of Things die digitalen Zugriffe signifikant erhöhen werden.“

Die gemeinsam mit Accenture entwickelte Lösung kombiniert preiswerte Standardhardware mit innovativen Technologien und ist mit dem Prinzip eines Google-Rechenzentrums vergleichbar. Sie ermöglicht die Abwicklung vieler Transaktionen außerhalb des Kernbanksystems und die umfassende Analyse komplexer Fragestellungen parallel zum Tagesgeschäft. Dafür werden die Daten repliziert, wenn ein Eintrag in die Mainframe-Tabelle geschrie-ben wird, was kaum Zusatzaufwand verursacht. 

Die Inspiration kommt von Twitter

Sie landen nicht in einer traditionellen Datenbank, sondern in einem Big-Data-Cluster auf Basis von Hadoop. Dieses Open-Source-basierte Software-Framework verwaltet die Rechenleistung der Server, die auf dem Betriebssystem Linux laufen. „Es handelt sich hier um disruptive Technologien, die schon von Twitter und Facebook genutzt werden“, so Accenture-Experte Baur. „Traditionelle Unternehmen haben jetzt die Möglichkeit, ihr Geschäftsmodell digital zu transformieren, indem sie die neuen Technologien für ihre jeweiligen Anforderungen maßschneidern lassen.“

Für BAWAG P.S.K. übernahm das ein Accenture-Team. Es nutzte für die Entwicklung die Cloud-Services von Amazon. Dort wurde die Applikation programmiert sowie ausgiebig getestet. Auf Basis dieser Ergebnisse installierte die Bank die nötige Hardund Software im eigenen Rechenzentrum. Geschickt wurden die Vorteile beider Welten kombiniert: Im Produktivsystem

ist die Auslastung vorhersehbar und relativ konstant, daher fiel die Wahl auf eine On-Premise-Lösung. In der Entwicklungsumgebung dagegen werden die Stärken der Cloud genutzt: Elastizität und Skalier-barkeit. So ließ sich das Projekt in Wochen statt Monaten umsetzen. Es ist ein wichtiger Teil der Transformation hin zur „digitalen“ Bank, was für BAWAG P.S.K. ein wichtiges Differenzierungsmerkmal ist.

Der Aufwand sinkt um 90 Prozent

Durch die Implementierung der Big-Data-Plattform lassen sich interne Prozesse und analytische Methoden optimieren. Zudem ergeben sich viele Chancen, um Endkunden mit innovativen und personalisierten Angeboten und Services anzusprechen. So lassen sich Informationen über Banktransaktionen gemäß den Kundenanforderungen in Echtzeit an Smartphones schicken. Durch weitere Datenanalysen, vor allem in Kombination mit unstrukturierten Daten, sind noch 

treffsicherere Angebote und ein weiter verbesserter Service möglich. Dafür ist perspektivisch auch die Einbeziehung von Daten aus sozialen Medien denkbar. Außerdem sinken durch die verwendeten Technologien die IT-Kosten: Die Hardware ist preiswert, die Software basiert auf Open Source – so entfallen teure Wartungsverträge und Lizenzgebühren. „Im Vergleich zu hochverfügbaren Spezialsystemen sind die Ausgaben bei gleicher Performance bis zu 90 Prozent geringer“, sagt AccentureExperte Baur. Auch daher ist CIO Kainz mit dem Projekt „Data Lake“ und dem Partner Accenture sehr zufrieden: „Auf lange Sicht zählt für den Kunden nur das belastbare Ergebnis. Accenture liefert hier Qualität, auf die wir uns verlassen können.“

Das Projekt ist für BAWAG P.S.K. ein wichtiger Teil ihrer Transformation hin zur „digitalen Bank“

Steckbrief
BAWAG P.S.K. AG

Unternehmenssitz: Wien, Österreich 
Unternehmensleitung: Byron Haynes, CEO 
Mitarbeiter: rund 3.200 (2014) 
Bilanzsumme: 34,6 Milliarden Euro (2014) 
Branche: Banken
Webseite: www.bawagpsk.com

 

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