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Onlinehandel | Mobile Commerce Gekauft wird jederzeit und überall

Der Vertrieb via Internet boomt. Kunden
können wählen zwischen reinen Onlineshops,
herstellereigenen Webseiten und den digitalen
Töchtern etablierter Ketten. Erfolg 
haben
jene Anbieter, die sich am besten auf neue
Technologien und Services einstellen.

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Der Vertrieb via Internet boomt. Kunden können wählen zwischen reinen Onlineshops, herstellereigenen Webseiten und den digitalen Töchtern etablierter Ketten. Erfolg 
haben jene Anbieter, die sich am besten auf neue Technologien und Services einstellen.

Alexander Margaritoff beschreibt die Veränderungen seiner Branche schonungslos. „Das ist kein Onlineboom, das ist ein Tsunami, der über die Handelswelt hinwegfegt“, so der Vorstandsvorsitzende der Hawesko Holding, eines führenden europäischen E-Commerce-Weinanbieters. Die Zahlen sind eindeutig. 2012 erzielten deutsche Online- und Versandgeschäfte mit 40 Milliarden Euro rund 15 Prozent mehr Umsatz als im Jahr davor, gut neun Prozent der Einnahmen des Einzelhandels. Und der Trend dürfte sich beschleunigen. „Social Media sowie die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte verleihen dem elektronischen Warenverkehr eine neue Dynamik“, so Professor Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbands BITKOM, bei der Vorstellung

der aktuellen Studie „Trends im E-Commerce – Konsumverhalten beim Online-Shopping“.

Top-Service gewinnt an Bedeutung

Immer mehr Anbieter mischen inzwischen mit – neben reinen Internethändlern auch herstellereigene Onlineshops sowie die digitalen Verlängerungen bisher auf das stationäre Geschäft konzentrierter Ketten. Keiner kann länger auf die Marktdynamik allein setzen, um seine Umsatzziele zu erreichen. Gefragt sind vielmehr innovative Geschäftsmodelle, Vertriebskonzepte oder Marketingstrategien. Der Einsatz neuer Technologien oder Services schlägt sich direkt im unternehmerischen Erfolg nieder.

Die Strukturen 
in
der Welt des Handels
ändern sich massiv

 

Immer wichtiger wird das Thema Mobility. Viele Kunden wollen sich jederzeit und überall informieren sowie direkt bestellen. Webseiten und Bezahlsysteme müssen also für Smartphones oder Tablets optimiert werden. Umgekehrt eröffnet mehr mobile Erreichbarkeit auch neue Perspektiven des Push-Marketings in Form von Location-based Services (LBS): So könnte die App eines Handelsunternehmens melden, dass jemand von Hamburg in die Alpen reist, und das CRM-System aus Daten über sein früheres Kaufverhalten errechnen, dass er sich für eine Skijacke begeistern könnte. Dieses Angebot kann die App unterbreiten, gekoppelt mit 24-Stunden-Liefergarantie und Aktionspreis. Der schon jetzt erfolgreiche Einsatz von Analytics zur Optimierung des Produktportfolios oder der individuell auf Interessen der Käufer zugeschnittenen Angebote erreicht so ein neues Niveau.

Aus Kundensicht spielt das Thema Verfügbarkeit eine wichtige Rolle. Im Vorteil ist, wer rasche und flexible Lieferung sowie preiswerten und unbürokratischen

Retourservice bietet. Neben dem Versand an die Adresse des Käufers erproben daher viele Onlinehändler neue Varianten der Übergabe. Amazon bietet die Option, Pakete bei einem Hermes-Shop abzuholen. Bei „Click & Collect“, das Karstadt testet, stehen online bestellte Waren im Geschäft der Wahl bereit. Bei „Check & Reserve“, auf das Media Markt setzt, sieht der Kunde am Rechner, in welcher Filiale ein Produkt verfügbar ist. Internethändler ohne eigene Filiale experimentieren mit „Same Day Delivery“: Die Fashion-Plattform Luxodo etwa nutzt den Dienstleister Tiramizoo, der mit dem Logistikkonzern DPD kooperiert, um in einigen Städten gegen Aufpreis direkt nach dem Kauf oder zum Wunschtermin auszuliefern. Und der Schweizer Marktplatz
PolyPort bringt Personen mit Liefer- oder Transportbedarf mit potenziellen Transporteuren zusammen – Pilotprojekt war ein Kartoffeltaxi, das

Bio-Bergkartoffeln durch Berufspendler zum Käufer nach Zürich transportieren ließ.

Der Internethandel wird total mobil

Mehr als Spielerei dürfte auch die Idee sein, die das Internetmodehaus Zalando beim Internationalen Automobil-Salon in Genf präsentierte. Sieht ein Autofahrer irgendwo unterwegs ein Kleidungsstück, das er auch gerne hätte, fotografiert er es. Eine App leitet die Information an Zalando weiter. Gestützt auf GPS-Daten, wird die Ware umgehend an den aktuellen Standort des Wagens geschickt und in der in den Kofferraum integrierten Paketstation abgelegt. Der Kunde muss also weder zum Empfang der Lieferung anwesend sein noch eine Packstation aufsuchen. So wird der Onlinehandel komplett mobil.

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