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Produktion | Wettbewerbsfähigkeit Champions organisieren Netzwerke

Führende Industrieunternehmen agieren in einem globalen
Herstellungsverbund mit eigenen Werken sowie Auftragsfertigern
und bedienen regionale Märkte mit maßgeschneiderten Angeboten.
Eine neue Accenture-Studie zeigt ihre Erfolgsgeheimnisse.

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Führende Industrieunternehmen agieren in einem globalen Herstellungsverbund mit eigenen Werken sowie Auftragsfertigern und bedienen regionale Märkte mit maßgeschneiderten Angeboten. Eine neue Accenture-Studie zeigt ihre Erfolgsgeheimnisse.

Gerhard Schröder fand klare Worte. „Wir können nicht davon leben, uns gegenseitig die Haare zu schneiden“, so der damalige Bundeskanzler im Jahr 2002 bei einer Feierstunde zum 40. Jubiläum des Opel-Werks in Bochum. Der Umbau der Wirtschaft zur reinen Dienstleistungsgesellschaft sei ein Irrweg, man dürfe nicht ganz auf die „Old Economy“ verzichten.



Ein Jahrzehnt später zeigt sich, wie richtig diese Einschätzung war. Am besten durch die Krise seit 2008 kamen Wirtschaftsnationen mit starker industrieller Basis wie Deutschland, Österreich und die Schweiz. Folgerichtig sind Produktionsbetriebe bei den Accenture-Studien zu den Top500 
in Deutschland und der Schweiz sowie 
den Top100 in Österreich als sogenannte Growth Champions ganz

vorne zu finden – Autokonzerne wie VW, Anlagenbauer wie Andritz oder Hightechspezialisten 
wie Sonova. Sie zeichnen sich unter anderem durch konsequente Investitionen in Innovationen und die Expansion in den Emerging Markets aus.


Das Ziel sind Agilität und Effizienz


Dass dies richtige Prioritäten sind, zeigen die Ergebnisse einer Analyse von weltweit 250 Produktionsbetrieben durch Accenture. Diese „Global Manufacturing Study“ hat die Erfolgsfaktoren besonders wachstumsstarker Konzerne herausgearbeitet, die branchenübergreifend als Benchmark für alle international tätigen Unternehmen dienen können. „Weil die produzierende Industrie erkennt, dass sie nicht ausreichend auf die volatiler werdenden Märkte reagieren kann, richten viele Unternehmen ihre Investitionen darauf aus, gleichzeitig flexibler und standardisierter agieren zu können“, so Russ Rasmus, Global Managing Director of

the Accenture Manufacturing Practice. Das kann vom Überdenken des Geschäftsmodells über anderes Talent Management bis zum Umbau der organisatorischen und der IT-Infrastruktur reichen.

Grundsätzlich steht fest: Produktionsunternehmen, die bei Profitabilität und Produktivität sowie Agilität und Effizienz besser dastehen als der Wettbewerb, haben den Wandel in zehn Handlungsfeldern vorangetrieben. Vor allem passen die sogenannten Manufacturing Leaders ihre Produktion an die Internationalisierung an. Sie können sowohl innerhalb einzelner Fabriken als auch im Fertigungsverbund mehrerer Standorte schnell und exakt auf Veränderungen der Nachfrage reagieren. Modulare und standardisierte Prozesse erlauben es, durch Kapazitätsverlagerungen in eigenen Werken und bei Auftragsfertigern schnell mit Nachfrageschwankungen zurechtzukommen. Das erfordert einen exzellenten Überblick über das gesamte Netzwerk, um eine Ausgewogenheit zwischen Kapazitäten und Nachfrage herzustellen – und exakte Pläne, wie Auftragsfertiger stärker eingesetzt

und Kooperationen zum Bestandteil der langfristigen Strategie werden können.

Die Bedeutung einer stärkeren Internationalisierung unterstreicht, dass fast alle führenden Unternehmen in der Fertigungsindustrie in den vergangenen drei Jahren entweder Werke in neue Märkte verlagert oder dort zusätzliche Standorte eröffnet haben, um die Chancen in den Schwellenländern besser und schneller nutzen zu können. Dies ist eine Konsequenz daraus, dass erfolgreiche Produktionsunternehmen eine genaue Vorstellung haben, wie die richtige Balance zwischen neuen Investitionen und dem Einsatz existierender Produkte oder Kapazitäten aussieht, wobei auch das Product Lifecycle Management künftig einen höheren Stellenwert erhalten wird.

Talent Management wird wichtiger

Automation der Produktion vorantreiben und eine digitale Strategie umsetzen zu können. Die IT erlaubt es, durch Marktforschung sowie Analytics

frühzeitig Veränderungen der Märkte oder Kundenwünsche zu erkennen und die sich so bietenden Chancen rascher als die Wettbewerber zu ergreifen. Außerdem erhöht sich so das Verständnis für die individuellen Besonderheiten in Regionen, auf die mit maßgeschneiderten Angeboten reagiert werden kann. Weiterer Erfolgsfaktor ist ein gezieltes Talent Management, durch das führende Produktionsunternehmen ihre Mitarbeiter für die künftig erfolgsentscheidenden Aufgaben weiterbilden oder entsprechend qualifizierte Spezialisten finden können.

Mehr zur Manufacturing-Studie finden Sie unter http://www.accenture.de/globalmanufacturing

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