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Unternehmensstrategie | Mobility Immer Kontakt halten

Wer sein Geschäftsmodell konsequent auf den Einsatz mobiler Geräte und Dienste ausrichtet, steigert Produktivität sowie Kundenzufriedenheit und setzt sich von der Konkurrenz ab. Um die neuen Chancen nutzen zu können, ist es aber notwendig, die Wahrheit hinter den kursierenden Mobility-Mythen zu erkennen.

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Wer sein Geschäftsmodell konsequent auf den Einsatz mobiler Geräte und Dienste ausrichtet, steigert Produktivität sowie Kundenzufriedenheit und setzt sich von der Konkurrenz ab. Um die neuen Chancen nutzen zu können, ist es aber notwendig, die Wahrheit hinter den kursierenden Mobility-Mythen zu erkennen.

Lufthansa setzt auf elektronische Tickets. Kunden können jederzeit an jedem Ort bis kurz vor Annahmeschluss reservieren, umbuchen und einchecken. Bei AkzoNobel nutzen 57 000 Mitarbeiter 10 000 mobile Geräte. Jetzt wird die Anwendungslandschaft vereinheitlicht und die IT-Strategie neu ausgerichtet. Volkswagen vereinbart mit dem Betriebsrat, dienstliche E-Mails nach Büroschluss nicht auf mobile Geräte weiterzuleiten. Das schränkt die ständige Erreichbarkeit der Beschäftigten ein und verringert damit das Burn-out-Risiko.

Vielen Konzernen fehlen Lösungen

Mobility ist keine Zukunftsmusik, sondern Realität. Jedes Unternehmen beschäftigt sich mit dem Thema, auch wenn es häufig anders heißt. Das zeigen die Ergebnisse 
des Accenture Mobility CIO Survey 2013: 
73 Prozent der befragten IT-Manager meinen, dass Mobility stärkere Auswirkungen auf ihr Unternehmen haben wird als das Internet. Welche genau, ist vielen aber nicht klar. Jeder Zweite gibt zu, dass er nur eine rudimentär entwickelte Strategie für das Thema hat. „Bei Mobility erschweren sechs Missverständnisse die Konzentration auf die Hauptaspekte oder verhindern sie“, sagt Oliver Bittner, Leiter IT-Strategie bei Accenture (siehe unten rechts: „Schluss mit
den Mythen“). Dabei verfliegen Unsicherheit und 
Skepsis schnell, wenn man sich bemüht, diese Missverständnisse aufzuklären – und der Weg
wird frei, um für das eigene Unternehmen die richtigen Antworten auf Fragen von strategischer Bedeutung zu finden.

Die Entwicklung verläuft rasant


Mobility ist wichtig, weil die rasante technologische Entwicklung immer schneller neue Geräte und Anwendungsmöglichkeiten hervorbringt, die sich in vielfältigsten Situationen nutzen lassen. Damit verändert Mobility die Interaktion zwischen Kunden, Mitarbeitern sowie Unternehmen und hat erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik und die Gesellschaft als Ganzes. Dabei gilt es, das Thema aus zwei Perspektiven zu betrachten. Für viele Kunden ist Mobility ein fester Bestandteil ihres Lebensstils – auch wenn sie selbst dieses Wort kaum benutzen würden. Für sie steht einfach fest: Mein Smartphone ist überall dabei und erleichtert mir das Leben. Daher erwarten sie personalisierte Dienstleistungen, die sich in ihren Alltag einfügen. Auch viele Mitarbeiter halten Mobility inzwischen für selbstverständlich – sie wollen in ihrem beruflichen Umfeld mit Technologie arbeiten, die ebenso fortschrittlich und modern ist wie jene, die sie privat nutzen. Für Unternehmen steigt dadurch von

zwei Seiten der Druck, mobile Dienste anzubieten. Nur so können sie den Erwartungen sowohl ihrer Kunden als auch ihrer Mitarbeiter gerecht werden.

Zu erfüllen sind diese Erwartungen nur über eine langfristig konzipierte Strategie für Mobility. Diese zu entwickeln erfordert ein klares Verständnis des Themas – und die Erkenntnis, dass Mobility sehr große Chancen bietet und in vielen Branchen die Basis für künftige Geschäftsmodelle bildet. Immer mehr Geschäftsanwendungen etwa sind bereits auf mobile Geräte übertragbar. Daten der Kunden lassen sich mobil wie stationär und online wie offline schützen. Und ausgefeiltes Mobile Device Management (MDM) erlaubt es, Tablets oder Smartphones genau zu kontrollieren und zu steuern – inklusive jener Mobilgeräte, die in Privatbesitz sind, im Rahmen von Bring Your Own Device (BYOD) aber auch beruflich genutzt werden. Verantwortungsbewusst eingesetzt, erhöht Mobility die Produktivität und reduziert zugleich den Stress der Beschäftigten, weil sie ihre

Arbeit individuell über den Tag verteilen oder bei Kundenbesuchen rasch auf aktuelle Informationen zugreifen können. Wenn im Unternehmen eine durchdachte Mobility-Strategie existiert, lassen sich die IT-Kosten durch eine Verringerung der Komplexität von Anwendungen sogar senken. Und dies ist grundsätzlich quer durch alle Branchen in fast jedem Unternehmen möglich, ja sogar nötig, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Alle müssen Mobility verinnerlichen

Nicht allein die IT-Manager, sondern alle in der Führungsetage sollten aus diesem Grund in mobilen Anwendungen denken und Mobility zu einem Teil jeder unternehmerischen Entscheidung machen. Damit steigen nicht nur Produktivität und Zufriedenheit. Mobility kann auch als Triebfeder für die Transformation der gesamten IT dienen, denn sie eröffnet die Chance, im Unternehmen eine

früher nicht vorstellbare serviceorientierte IT-Architektur zu etablieren und auszubauen. Dabei müssen jedoch Rahmenbedingungen und Risiken offen diskutiert werden, rät Accenture- IT-Stratege Bittner: „Nur im Dialog mit Mitarbeitern, Kunden, Gewerkschaften und Politik lassen sich Antworten auf Fragen unter anderem zu Arbeitsschutz oder Datensicherheit finden.“
 

Schluss mit den Mythen – die Wahrheit über Mobility

Keine Spielerei: Mobile Geräte sollen kaum mehr als teure Spielzeuge für den Privatbereich und für den Einsatz im Arbeitsumfeld ungeeignet sein. Tatsächlich lassen sich bereits heute viele Geschäftsanwendungen vollständig auf mobile Geräte übertragen.


Kein Datenleck: Datenschutzrisiken wiegen angeblich schwerer als die Chancen, die sich durch mobile Geräte und Dienste ergeben. Tatsächlich sehen die Kunden künftig jene als bevorzugte Geschäftspartner, die verantwortungsvoll mit persönlichen Daten umgehen.


Kein Burn-out-Auslöser: Ständige Verfügbarkeit soll die Arbeitsbelastung und so die Gefahr eines Burn-outs steigern. Doch Mobility bedeutet nicht automatisch Verfügbarkeit und kann – richtig eingesetzt – die Zufriedenheit der Mitarbeiter sogar erhöhen.

Kein Kostentreiber: Angeblich erhöht Mobility deutlich die Komplexität und die Kosten der IT. Tatsächlich reduziert das Aufteilen von Funktionalitäten in einzelne Apps sogar die Komplexität von Anwendungen und erlaubt die Optimierung der IT-Architektur.


 

Kein Risiko: Die Nutzung privater Geräte von Mitarbeitern soll zum Verlust der Kontrolle über geschäftliche Daten und Anwendungen führen. Tatsächlich lassen mobile Dienste sich unabhängig davon kontrollieren und steuern, ob private oder geschäftliche Geräte eingesetzt werden.


Vielfältig einsetzbar: Angeblich profitieren nur sehr wenige Konzerne oder Industrien 
von der Nutzung mobiler Geräte und Dienste. Tatsächlich verändert Mobility die ganze Unternehmens-IT und macht das Arbeiten kunden- sowie mitarbeiterorientierter.

 

Quelle: Weiter denken – Mythen entlarven: Mobility. Warum mobile Endgeräte und Services die Wirtschaft verändern werden www.accenture.de/mobility-mythen

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