Zum Magazin

Start-ups | Innovationsmanagement Innovativ kooperieren

Viele Ideen für digitale Produkte, Plattformen oder
Geschäftsmodelle stammen von Existenzgründern
– so haben auch Google, Facebook oder Ebay
angefangen. Wollen etablierte Konzerne das
Industrial Internet of Things prägen, sollten
sie mit einfallsreichen Start-ups zusammen-
arbeiten, um bahnbrechende Angebote
zu entwickeln.

Artikel lesen

So konsequent stoßen wenige Konzerne auf dem Weg in neue Geschäftsfelder alte Aktivitäten ab: Vor zwei Jahren verkaufte Axel Springer einen Großteil der Zeitungen und Magazine, um lieber digitale Platt-formen und Produkte zu entwickeln – für die eigene Branche und weit darüber hinaus. „Unser Unter-nehmen hat sich strukturell und kulturell deutlich verändert“, erklärte Vorstandschef Mathias Döpfner bei der Vorstellung der Zahlen für 2014. „Im laufenden Jahr werden wir weiter konsequent in die digitale Expansion investieren.“

Interessante Start-ups finanzieren ...

Den Kurswechsel zur Netzökonomie beschleunigt eine Innovationsstrategie, mit der sich von der Digital-isierung ausgehende Impulse aufnehmen lassen. Anregungen für neue Geschäftsmodelle und Produkte liefert neben den Mitarbeitern ein Accelerator-Programm mit dem Start-up-Investor Plug and Play Tech Center im Silicon Valley, das pro Jahr 30 Gründungen fördern kann. Sie bekommen Geld, 

können die Investoren als Brücke ins Ökosystem Silicon Valley oder nach Berlin nutzen und profitieren von umfassendem Mentoring, Workshops oder dem Zugang zum Netzwerk der Partner. Springer erhält Einblicke in die aktuellen Trends der Digitalisierung und Firmenanteile. Abgerundet wird die Innovations-strategie durch Zukäufe, etwa des erfolgreichen österreichischen Start-ups Runtastic, das Apps zum Messen sportlicher Leistungen entwickelt.

Viele Unternehmen lassen sich aber noch zu wenig von Außenstehenden mit einem Gefühl für kommende Technologien inspirieren, obwohl Digitalisierung und Internet der Dinge für sie Neuland sind. So verpassen sie Chancen, die sich gerade Industriekonzernen im Industrial Internet of Things (IIoT) bieten können, lautet ein Ergebnis der Accenture-Studie „Mut, anders zu denken: Digitalisierungsstrategien der deutschen Top500“. Danach kooperieren 28 Prozent mit klassischen Forschungseinrichtungen und Thinktanks, aber lediglich 15 Prozent mit Start-ups. Und nur sechs Prozent gründen Geschäftsbereiche mit Ergebnis-verantwortung aus, um die kreative Energie der 

Beschäftigten zu entfesseln. Erst langsam beginnt ein Umdenken. RWE etwa will sein Kerngeschäft auf digitale Angebote umstellen und über einen Innovation Hub auch Impulse von außen sammeln.
Der Energiekonzern suchte beim Start-up-Pitch im Rahmen des Branchentages Utility der CeBIT Jung-unternehmer, mit denen Lösungen zum Beispiel für das Internet der Dinge entwickelt werden können – ausgehend von Stichworten wie Smart Meter und Smart Home, aber gerne darüber hinaus.

... und von ihren Ideen profitieren

„Ziel ist es, Produkte und Services zu finden, die unseren Kunden einen Mehrwert bieten und das Potenzial haben, bestehende Märkte zu erschüttern“, so Stefanie Kemp, Leiterin des Projekts Disruptive Digitisation. „Der Innovation Hub ist Nahtstelle für externe und interne Experten in unterschiedlichen Bereichen. Dadurch identifizieren wir interessante Projekte und können schnell reale Produkte oder Dienstleistungen entwickeln.“

Die CeBIT war hier ein guter Ausgangspunkt. Der CODE_n Innovationswettbewerb richtete sich unter dem Motto „Into the Internet of Things“ an Gründer und Firmen, die das Zeitalter des Internets der Dinge einläuten. Ulrich Dietz ist überzeugt, der Wert solcher Impulse von außen sei kaum zu überschätzen. „Wer auf Ideen der Gründer verzichtet, hat das Potenzial
der Start-up-Szene nicht erkannt“, so der Initiator
von CODE_n und Vorstandsvorsitzende der GFT Group. Noch aber tun sich viele Konzerne schwer damit, viel-versprechende Start-ups zu identifizieren und mit Gründern ins Gespräch zu kommen. Ihnen hilft die Unterstützung von Spezialisten, die verstehen, was
die Digitalisierung antreibt, und neue Entwicklungen einordnen können. „Unsere Experten agieren wie Trend-scouts, sie haben die Technologien, Inno-vationen und Menschen im Blick, die wichtig werden könnten“, betont Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture Deutschland. „Wir bauen Brücken zwischen Konzernen auf der Suche nach Innovationen und Gründern mit viel-versprechenden Ideen.“

 

Quellen der Konzerne für digitale Innovation

Forschungseinrichtung/Thinktank 

Eigene F&E-Abteilung

Externe Start-ups

Eigene Start-ups

Quelle: Accenture
www.accenture.de/wachstum

Navigation