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Procurement | Virtually Integrated Enterprise Software agiert künftig autonom

Programme und Sensoren erledigen die Routine-
aufgaben im Einkauf: Sie verhandeln automatisch
Mengen und Preise oder prüfen selbstständig
Termintreue und Qualität. Dafür bringen
Beschaffungsexperten verstärkt Fachwissen
zur Produktentwicklung ein.

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Eine Kaufmannsregel besagt: „Im Einkauf liegt der Gewinn.“ Lange wurden Einsparungen durch bessere Prozesse und Konditionen erzielt. Inzwischen betragen die Betriebskosten der durchschnittlichen Einkaufs-organisation 0,8 Prozent der Ausgaben. Um sie weiter zu optimieren, rücken nun digitale Konzepte in den Fokus. „Pioniere nutzen die Vorteile der sozialen Medien im Einkauf“, so Daniel Vollath, bei Accenture Managing Director Strategy – Sourcing & Procure-ment. „Sie erkennen ihr Potenzial, die Produktivität zu steigern und bessere Entscheidungen zu ermöglichen, was wiederum die Innovationsfähigkeit stärkt und Risiken verringert.“

Soziale Medien sind nur ein Aspekt der Digitalisierung, die den Einkauf verändert – operative Tätigkeiten ebenso wie die strategische Positionierung. Den Einfluss von Industrie 4.0, Internet der Dinge oder Analytics, der weit mehr bewirkt als reine Kosten-senkungen, erklärt die Accenture-Studie „Procure-ment’s Next Frontier: The Future Will Give Rise to an Organization of One“. Die Kernaussagen komprimiert Kai Nowosel so: „Wir sehen das Entstehen der

Virtually Integrated Enterprise, die wachsende Bedeutung von Cognitive Computing und neue Aufgaben für die Mitarbeiter.“ Der Europe, Africa, Latin & South America Sourcing & Procurement Lead von Accenture ist sicher, dass Schlüsselzulieferer enger in Entwicklungs-, Produktions- und Service-prozesse der Kunden eingebunden werden und Aufgaben ganz übernehmen.

Cognitive Computing wird wichtig

Dies erfordert Transparenz, Vertrauen und Integration. Automatisiert werden dagegen Kontakte zu einfachen Lieferanten, die sich etwa in einem digitalen Einkaufs-zentrum präsentieren. Solche Virtual Company Malls stellen Zugang zu vielen potenziellen Geschäfts-partnern oder Angeboten her, etwa über Branchen-marktplätze im Internet. Entscheidend wird Cognitive Computing. Durch Big-Data-Analysen handeln ent-sprechende Programme autonom Preise und Mengen aus. Die Software muss dafür Sachverhalte bemerken, verstehen und die richtige Handlung anstoßen – 

deutet etwa mehr Nachfrage auf Preiserhöhungen
hin, schließt sie zusätzliche Kontrakte zu guten Kon-ditionen ab. Mitarbeiter prüfen Transaktionen stich-probenartig. Im Internet der Dinge ist alles mit Sen-soren ausgestattet, Produkte melden Maschinen bei ihrer Verarbeitung, dass sie pünktlich in vereinbarter Qualität da sind und der volle Kaufpreis fällig ist.

Papierdokumente werden so überflüssig wie das manuelle Auslösen von Zahlungen. Auf diese Weise von Routineaufgaben entlastet, erfüllen Einkäufer zwei Aufgaben: Mithilfe von Technologien wie Cognitive Computing und Analytics auf Basis von Echtzeitinformationen kümmern sich hoch quali-fizierte Experten unternehmensweit um bereichs-übergreifende Aspekte der Beschaffung. Und in die Geschäftsbereiche eingebettete Einkäufer bringen ihr Wissen bei der Entwicklung neuer Produkte oder Geschäftsmodelle ein. Je schneller Mitarbeiter dafür ausgebildet werden, desto besser lassen sich die Chancen nutzen, die der Einkauf der Zukunft bietet. 

So prägen soziale Medien den Einkauf

Collaboration Rooms: Im Supplier Room tauschen sich Einkäufer über Zulieferer aus und verhandeln mit ihnen. Im Category Room definieren Auftraggeber und -nehmer Profile für Teile und Leistungen, was Aus-schreibung, Partnerwahl und Bestellung vereinfacht. Die Koordination des konzernweiten Bedarfs reduziert die Variantenvielfalt und den Preis. 

Open Innovation: Auf einer speziellen Plattform informiert der Kunde seine Lieferanten, was er benötigt, und ermutigt sie, mit ihm oder untereinander bessere Lösungen zu finden. über geschützte Kanäle lassen sich Vorschläge machen. So werden Produkte schneller und oft aus unkonventionellen Ideen entwickelt, die nie aus dem Konzern selbst kämen. 

Soziale Netzwerke: Die Auswertung von Einträgen auf öffentlichen Plattformen wie Twitter, Facebook oder LinkedIn zeigt, wie über Zulieferer und Produkte geredet wird und ob sich Entwicklungen abzeichnen, die eine Reaktion erfordern. Wird einem Lieferanten etwa Kinderarbeit vorgeworfen, würde das dem Image der Kunden schaden.

Social Analytics Portal: Die Plattformen und Funktionen werden hier so gebündelt, dass der Einkäufer sie schnell und komfortabel für die tägliche Arbeit nutzen kann. 

www.accenture.com/Procurementgoessocial

www.accenture.de/insightprocurement

 

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