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Prozess-Optimierung | Stadtspital Triemli Immer in guten Händen

Real-Time Locating Systeme erleichtern die Ortung
von Personen oder von mobilen Geräten sowie
über Messenger-Funktionen den Informations-
austausch. Durch den RTLS-Einsatz will das
Stadtspital Triemli in Zürich mit Unterstützung
von Accenture bei sinkenden Kosten die
Qualität und den Service steigern.

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„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“ Mal wird das Zitat dem Porzellan-Unternehmer Philip Rosenthal zugeschrieben, mal dem Industriellen Robert Bosch – aber eigentlich prägt diese Erkenntnis das Denken und Handeln aller Verantwortlichen in Betrieben und Organisationen. Auch im Schweizer Gesundheitswesen, das zu den besten der Welt zählt und Qualität sowie Leistungsumfang der medizini-schen Behandlung laufend steigern will. Insbesondere in den Spitälern sind Instrumente zur stärkeren Unter-stützung des Personals bei medizinischen und admi-nistrativen Tätigkeiten gefragt, die die Effizienz er-höhen und gleichzeitig die Behandlungsqualität sowie das Servicespektrum im Sinne der Patienten ver-bessern. Wichtig sind dafür innovative Hilfsmittel, etwa zur Lokalisierung. Standorte von mobilen Geräten wie von Personen lassen sich so schneller feststellen.

Auch der Informationsaustausch zwischen Beschäf-tigten und Patienten sowie innerhalb der Spital-systeme wird erleichtert. Wegweisend dürfte ein Pilotprojekt des Stadtspitals Triemli in Zürich sein, mit

rund 500 Betten eines der größten Krankenhäuser des Kantons. Ein Team um den CIO und stellvertreten-
den Spitaldirektor Patrik Kaiser hatte die Idee, die Abläufe im Ambulanten Perioperativen Zentrum (APZ) durch den Einsatz eines Systems für Lokalisierung und Informationsaustausch zu optimieren: „Eine stärker automatisierte Erfassung und vereinfachte Weitergabe von Prozess- und Patienteninformationen lässt dem Personal mehr Zeit für medizinische und Pflegeaufgaben.“ 

Der gewählte Ansatz ist einmalig 

Das Pilotprojekt soll drei Fragen beantworten: Reduziert die automatische Erfassung definierter Leistungen, etwa Sprechstunden, den administrativen Aufwand? Verbessern mit dem Spitalsystem verknüpfte mobile Endgeräte durch eine schnellere Auftragserteilung oder einen flexiblen, individuellen Patientenruf im Wartebereich den Informationsaus-tausch? Belegt der Betrieb eines funktionsfähigen Systems die Machbarkeit? Bisher nutzen Spitäler die 

Lokalisierungs- und Messenger-Funktionen – soge-nannte Real-Time Locating Systems (RTLS)  – nur, um einen lokalisierbaren Alarm auszulösen oder auto-matisch den Zutritt zu kontrollieren. Die Identifikation und Ortung von Personen in Kombination mit einem Informationssystem wurde noch nicht realisiert. „Bewährt sich die Lösung im APZ, könnte sie im neuen Bettenhaus, das wir 2016 eröffnen, zum Standard werden“, so Brigitte Bodin-Geiser, IT-Projektleiterin im Triemli – das Stadtspital würde zum Trendsetter im Gesundheitswesen. 

Zur Umsetzung des komplexen Vorhabens suchte das IT-Projektteam einen Partner, der sich mit IT- Vor-haben, RTLS-Lösungen und den besonderen Heraus-forderungen von Krankenhäusern auskennt. Die Wahl fiel auf Accenture, weil hier auf eine weltweite Erfahrung mit über 100 Projekten im Bereich RTLS zurückgegriffen werden kann und flexibel ein Team mit IT-Experten, Projektmanagern sowie medi-zinischem Fachpersonal zur Verfügung steht. Das Triemli-IT-Projektteam plante mit Accenture den Einsatz der RTLS-Technologie, prüfte die relevanten 

Abläufe, baute und konfigurierte mit dem Koope-rationspartner Siemens das System und sorgte dafür, dass der Informationsfluss mit der bestehenden Krankenhaus-IT reibungslos klappt. In einem eigens entwickelten Schulungsprogramm wurde das Personal auf Anwender- wie Betreiberseite für den Einsatz der Lösung qualifiziert. „Der Pilot zeigt, dass die IT-Fach-leute des Stadtspitals Triemli das System mit sehr geringem Aufwand betreiben können“, so Accenture-Projektleiterin Nina Pross. Mit der Lokalisierungs-funktion lässt sich per WLAN jederzeit feststellen, wo die ins System eingebundenen Beschäftigten und Patienten sind. Dies erleichtert die Arbeit im Prozess-leitsystem und ermöglicht über die Auswertung der Informationen die längerfristige Optimierung der Abläufe. 

Die Erfahrungen sind sehr gut 

Die Erfahrungen in der Pilotphase belegen, dass unter anderem die einzelnen Behandlungsschritte noch transparenter werden. Deutlich höher ist auch die  

Effizienz beim Informationsaustausch: Seit Beginn des Projekts telefonieren die Beschäftigten nur noch halb so oft miteinander, um Fragen zu klären. Einwandfrei funktioniert zudem die Ruffunktion: Patienten können sich in definierten Bereichen frei bewegen, etwa in der Cafeteria. Nicht an einem Platz bleiben zu müssen, bis man aufgerufen wird, macht das Warten erheblich komfortabler. „Das Projekt zeigt Möglichkeiten, wie sich Effizienz und Patientenservice nachhaltig steigern lassen – und entscheidenden Anteil daran hat das gemischte Team von Triemli und Accenture, in dem IT-Fachleute sowie medizinisches Fachpersonal Hand in Hand die optimale Lösung entwickeln“, freut sich Brigitte Bodin-Geiser. 

Die Versorgung wird noch besser 

Das Stadtspital Triemli hat nun eine funktionierende Systembasis, die sich flexibel um zusätzliche RTLS-Funktionalitäten erweitern lässt. „Neben der Standardanwendung der schnellen Ortung relevanter Geräte auf grösseren Stationen ist die Unterstützung

der Patientensicherheit ein weiteres Beispiel, wie sich ein Spital der Zukunft aufstellt“, betont Gregor Emch, Accenture-Spezialist für Gesundheitsservices. „Fehlmedikationen etwa lassen sich durch eine automatische Patientenidentifikation mit konsis-tentem Datenabgleich noch besser verhindern.“ Erfahrungen mit innovativen Ansätzen im Bereich Lokalisierung und Messaging ermöglichen es dem Stadtspital Triemli, sich von anderen Spitälern zu differenzieren und einen nachhaltigen Wettbewerbs-vorteil aufzubauen. 

Steckbrief
Stadtspital Triemli

Unternehmenssitz: Zürich, Schweiz 
Unternehmensleitung: Dr. Erwin Carigiet, Spitaldirektor Mitarbeiter: rund 2400 
Patienten: rund 20 000 
Branche: Gesundheit 
Webseite:
www.triemli.ch 

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